„Das ist Networking, von dem beide etwas haben“

Dr. Antje Rötger, Carpegen GmbH, ist die Patin von Dr. Anke Tripp

Dr. Antje Rötger ist eine Vorzeigeunternehmerin. Sie ist Gründerin und Inhaberin eines Biotechnologie-Unternehmens, sie ist jung, sie hat keine Angst vor großen Investitionen, sie ist Arbeitgeberin, hat Wachstumspläne - und sie ist eine Frau. Für Politik und Medien eine hervorragende Wahl, wenn gezeigt werden soll: So kann unsere Wirtschaft auch sein.

Antje Rötger weiß das. „Eine Frauenfirma hat einen Vorteil“, lacht sie und erzählt vom jüngsten Politiker-Besuch in ihrem Labor. „Wir werden nicht zufällig ausgesucht." Ihren Erfolg kann und will sie selbstbewusst zeigen. Denn was die promovierte Biologin seit 2001 mit ihrem Unternehmen Carpegen aufgebaut hat, ist bemerkenswert.

Carpegen heißt so viel wie „Nutze das Gen“. Startpunkt des Unternehmens war die Entwicklung eines Gen-Chips zur Karies- und Parodontitis-Diagnose. Auf 40 Quadratmetern fing alles an, heute arbeiten Dr. Antje Rötger und Mitgesellschafterin Yvonne Schoepe mit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf 200 Quadratmetern im Technologiehof in Münster. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt noch immer in der Parodontitis-Diagnostik, die direkten Kunden sind die Zahnarztpraxen. Carpegen-Diagnoseverfahren werden längst auch in anderen medizinischen Bereichen eingesetzt. Das Unternehmen entwickelt DNA-Chips zur Pilzdiagnostik für klinische Studien und kundenspezifische Testsysteme. „Wir verbinden Spitzentechnologie und Qualität mit klinischer Relevanz und setzen damit neue Standards in der molekularbiologischen Diagnostik“, heißt es auf der Unternehmens-Website.

Carpegen wurde 2001 für das Gründungskonzept mit dem mit 50.000 Euro dotierten IDEE-Förderpreis ausgezeichnet. „Das war für uns der wichtigste Preis“, sagt Antje Rötger. 2007 erreichte sie den 1. Platz beim Innovationspreis Münsterland, 2008 Silber beim Innovationspreis der deutschen Wirtschaft. „Preise sind immer mit einem hohen Aufwand verbunden“, sagt sie, „aber absolut lohnenswert.“ Denn die – auch lokale – PR, die damit verbunden ist, „ist für uns sehr wichtig.“ Kooperationspartner findet das europaweit agierende Unternehmen nämlich immer auch vor Ort: an der Universität Münster und in wissenschaftlichen Arbeitskreisen.

„Eigentlich wollten wir im Jahr 2010 schon etwas größer sein als wir jetzt sind“, sagt Antje Rötger auf die Frage nach dem Wachstumspotenzial ihrer GmbH. Einen Grund dafür sieht sie in der bisherigen Vertriebsstruktur. Bislang arbeitete sie mit einem Pharmaunternehmen als Partner zusammen, Anfang 2010 hat Carpegen diese Aufgabe selbst übernommen und wendet sich direkt an Ärzte und Praxen als Endkunden. Bei 40.000 Zahnarztpraxen in Deutschland ein mächtiges Potenzial. Dem Unternehmen wird das einen Wachstumsschub geben, davon ist die Inhaberin überzeugt. „20 oder 30 Leute kann ich mir in unserem Unternehmen gut vorstellen.“

Um sich als Patin beim Unternehmerinnenbrief zu engagieren, muss die Unternehmerin sich übrigens keine neue Rolle geben. „Wir sind, auch wenn Studierende anfragen, immer offen und hilfsbereit.“ Sie selbst hat als Gründerin von dem Netz der Senior-Experten bei der IHK profitiert und gibt gerne Erfahrungen weiter – von der Gestaltung von Verträgen bis zur Personalauswahl. Denn Lehrgeld für Fehler gezahlt hat die Unternehmerin, für die es damals bei der Gründung keine entsprechenden Seminare gab, natürlich auch. Die Patenschaft mit Anke Tripp betrachtet sie zugleich als Austausch unter Fachfrauen. „Das ist Networking, von dem wir beide etwas haben.“

Kontakt:Dr. Antje RötgerCarpegen GmbHMendelstr. 1148149 MünsterTel.: (02 51) 9 80 23 20Fax: (02 51) 9 80 23 21info@carpegen.dewww.carpegen.de