„Business braucht Beziehungskompetenz"

José Flume, Beziehungsentwicklung, begleitet die Beraterin für Organisation im Handwerk Marie-Elis Marwirtz

„Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht“, sagt José Flume. „Business braucht Beziehungskompetenz.“ Aus ihrer Fähigkeit, Menschen und Unternehmen in Bewegung zu bringen, hat sie vor mehr als zehn Jahren ein Unternehmen gemacht: „Beziehungsentwicklung“.

Mit Vorträgen und Seminaren, Mediationen und Coachings verhilft sie großen und kleinen Unternehmen zu mehr Klarheit auf der zwischenmenschlichen Ebene – und damit zu einer größeren Produktivität. Die Zahlen geben ihr Recht und zeigen den Bedarf: Nur 12 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind engagiert bei der Arbeit, 2009 waren es noch 15 Prozent. 70 Prozent der Deutschen machen heute „Dienst nach Vorschrift“, fast jeder Fünfte hat innerlich schon gekündigt.

Motiviert für sein Unternehmen und begeistert im Sinne der Kunden wird nur der sein, der sich verstanden fühlt. Das ist der Ausgangspunkt. Und dazu muss er sich manchmal erst selbst besser kennen lernen. „Arbeit an der Beziehungskompetenz ist in erster Linie Arbeit an der Perspektive: Wie sehe ich mich selbst, wie sehe ich die anderen und wie sehen die anderen mich?“ Bis Unternehmen allerdings Hilfe in der Mediatorin oder im Coaching suchen, vergehe oft viel Zeit. Konflikte, so die Erfahrung von José Flume, schwelen oft schon Jahre, bis sie endlich zur Sprache kommen. Erst wenn der Leidensdruck groß genug sei – „Wir arbeiten nicht mehr effektiv“ – laute der Auftrag an die Beraterin: Wir müssen was in der Kommunikation tun.

Menschen dort abholen und mitnehmen, wo sie sind – dass sie das gut kann, hatte José Flume schon in ihrer früheren unternehmerischen Tätigkeit bewiesen. Dabei wollte sie eigentlich gar nicht Unternehmerin werden. Als sie nach dem 1. Staatsexamen in Mathematik und Theologie ins Familienunternehmen ihres damaligen Ehemannes einstieg, brauchte der Handel-, Reparatur- und Produktionsbetrieb für Landmaschinen eine Nachfolge, „und ich dachte, ich gehe mal eine Zeitlang ins Büro“.

Daraus wurden 20 Jahre. Während ihr Mann sich auf den technischen Part des Unternehmens beschränkte, war José Flume als Betriebsleiterin und Prokuristin der Firma die treibende Kraft. Auch als es der Ehe nicht mehr gut ging, führte das Paar das Unternehmen gemeinsam weiter – bis zum Einstieg des Sohnes. Die fünfte Generation.„Ich wusste, irgendwann mache ich noch mal was anderes“, erzählt José Flume, „nur den Zeitpunkt hatte ich noch nicht festgelegt.“ Der Neuanfang begann mit einem Preis für das „Alte“.

1997 wurde sie für ihre Arbeit in der Landmaschinenfirma mit dem Marketingpreis des Handwerks ausgezeichnet. Die besondere Art der Kundenbindung über die Hauszeitung „Der Maulwurf“, Seminare für Landwirte, Feldtage und Kundenfahrten hatte Aufsehen erregt. Auch bei den Zuhörern im Saal. Nach der Verleihung bekam José Flume ihre erste Einladung zu einem Vortrag, schon bald die erste Schulungsanfrage.

Seitdem entwickelt sie das Konzept stetig weiter, seit dem Jahr 2000 unter dem Label „Beziehungsentwicklung“. José Flume hatte noch als Betriebsleiterin das Studium zur Betriebswirtin im Handwerk absolviert, jetzt bildete sie sich weiter zur Trainerin, studierte Mediation und machte die Ausbildungen zum NLP Practitioner und zum LAB-Profile-Practitioner.

In ihrem Logo verbinden sich zwei Quadrate, eines mit einem weißen, eines mit einem roten Punkt. Jeder Mensch hat so einen roten Punkt, sagt sie lachend, wo er empfindlich ist, wo er hochgehen kann. Und jeder Mensch habe einen blinden oder weißen Fleck, wenn er sich seiner Außenwirkung nicht bewusst sei. Vielleicht redet einer zu viel oder zu laut, oder er sagt nach jedem Satz ‚okay’. „Beziehungskompetente Menschen sorgen dafür, dass dieser blinde Fleck möglichst klein ist. Sie sind achtsam, gehen respektvoll und empathisch mit anderen um.“ Dass sie so auch bessere Führungskräfte und erfolgreichere Unternehmerinnen und Unternehmer sind, muss dann eigentlich nicht mehr erklärt werden.

Warum José Flume sich als Patin beim Unternehmerinnenbrief engagiert: „Ich finde es wichtig, dass Frauen, die einen Neuanfang wagen und sich selbstständig machen, auf die Füße kommen. Ich kann ihnen den Rücken stärken, Mut machen und sagen: Jetzt geh einfach los, du kannst es.“

Kontakt:
José Flume
Beziehungsentwicklung
Wilhelmstraße 7
44532 Lünen
Tel.: 02306 966718
info(at)joseflume.de
www.jose-flume.de