Birgit Unger - RevierA GmbH
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Im Geschäft zu sein, ist Beziehungsarbeit
Birgit Unger, Geschäftsführerin der RevierA GmbH, ist Patin von Sandra Ganser, Zimt & Zepter
„Ich komme aus einem Unternehmerhaushalt", sagt Birgit Unger auf die Frage nach ihrer Motivation zur Gründung vor mehr als 20 Jahren. „Das war für mich kein großer Schritt." Als gelernte Einzelhandelskauffrau und Schriftsetzerin begann ihre Unternehmerinnen-Geschichte mit einer Essener Kollektivbuchhandlung.
Hier baute sie ihr Büro für Typografie auf und wechselte nach einigen Jahren zur Agentur RevierA, zunächst in die Bürogemeinschaft, 1995 kaufte sie sich in die Gesellschaft ein und wurde ihre Geschäftsführerin. Ursprünglich hatte sich RevierA auf die Kultur-Kommunikation konzentriert, in Zeiten leerer öffentlicher Kassen und schwindender Kulturförderung stellte Birgit Unger die Agentur mit ihrem Team auf neue Füße. Dazu gehörten auch neue Gesellschafter bzw. Gesellschafterinnnen. Cornelia Sperling und Angelika Schlüter rundeten das Team auf der Inhaberinnenseite ab.
Heute bietet die Agentur Veranstaltungsmanagement, Grafik-Design und Projektentwicklung und ist nicht nur Dienstleisterin für Unternehmen, Ministerien und Verbände. Birgit Unger und Cornelia Sperling haben die Unternehmerinnentage im Ruhrgebiet ins Leben gerufen, die Foren Führungsfrauen veranstaltet und als Netzwerkerinnen immer wieder den Frauen in der Wirtschaft eine Stimme gegeben.
RevierA ist mit den Jahren gewachsen. 2001 entschied die Chefin, Ausbildungsplätze zu schaffen, zwischen 2003 und 2008 gehörten insgesamt neun Leute zum Team. „Das war ein großer Schritt", sagt sie über diese Phase des Wachstums, „und ein Rollenwechsel": Raus aus den Details des Alltagsgeschäfts, rein in die stärker strategische Planung. Birgit Unger entscheidet sich auch, die unternehmerischen Freiräume für neue Netzwerke und politische Aktivitäten zu nutzen. Seit 2001 ist sie gewähltes Mitglied in der Vollversammlung der IHK zu Essen.
„Ich habe immer in Kooperation gearbeitet", sagt Birgit Unger über ihren unternehmerischen Weg. „Das alles hätte ich nicht allein entwickelt. Kooperationen sind die kreativste und nachhaltigste Möglichkeit, erfolgreich zu sein." Sie selbst hat in der Selbstständigkeit viel ausprobiert und verschiedene Phasen durchlaufen. Hat in einem Kollektiv und in einer Bürogemeinschaft gearbeitet, in der Geschäftsführung, als Arbeitgeberin und als Chefin eines wachsenden und sich wieder verkleinernden Unternehmens. Eine wichtige Unterstützung ist eine Coachinggruppe mit vier anderen Unternehmerinnen, die sich seit zehn Jahren regelmäßig Zeit fürs kollegiale Coaching nimmt. „Diesen Austausch möchte ich nicht missen."
„Früher war es leichter, sich in der Selbstständigkeit auszuprobieren", sagt Birgit Unger im Rückblick. „Heute ist die Begleitung der Gründerinnen sehr gut, aber die Planken sind auch sehr hoch, das Experimentieren kommt manchmal ein bisschen zu kurz." Die Rolle als Patin ist ihr nicht neu. Seit Jahren engagiert sich Birgit Unger als Mentorin im Projekt TWIN-Two Women Win. „Fachlich haben die Frauen viel drauf", sagt sie über die Gründerinnen. „Ich will sie eher darin stärken, die Kraft ihrer Persönlichkeit zu entdecken und zu entwickeln." Und auch der Hinweis aufs Kooperieren darf nicht fehlen: „Es ist wichtig zu wissen, wie ich Kontakte aufbaue oder mit schwierigen Kontakten umgehen. Im Geschäft zu sein, ist Beziehungsarbeit."



