Alexandra Harth - Autismus- und Familientherapie
Ausgezeichnet: 05.2010
Patenschaft: Vera Goncalves Cleff
Branche: Gesundheit & Pflege
Stursberg II / 2
42899 Remscheid
Telefon: 0 21 91 - 5 91 52 12
Fax: 0 21 91 - 5 91 52 19
Mail: post(at)harth-therapie.de
Web: http://www.harth-therapie.de
„Ich will Therapie machen, das ist mein Ding"
„So habe ich mir das immer gewünscht", sagt Alexandra Harth und erzählt von einem Gespräch mit Eltern und Kind, Lehrern, Freunden und Sozialamt. Alle sitzen an einem Tisch, bei der Familie zuhause. „Alle Systeme zusammenbringen", nennt die Autismus- und Familientherapeutin das.
Denn „eine herausfordernde Verhaltensweise, eine Behinderung ist Teil eines Menschen, zugleich ist es aber auch Teil eines Beziehungs-Systems. Ein Geflecht, in dem es nur Beteiligte und keine Außenstehenden gibt".
Das ist der Grund, weshalb Alexandra Harth eine aufsuchende Arbeit macht. Sie hat keine Praxis - schon der Begriff ist ihr zu begrenzt und zu wenig offen -, sondern sie besucht Kinder und Familien „dort, wo die Probleme sind". Die Probleme, die durch Autismus im Alltag entstehen, sind vielfältig. So vielfältig wie die das Spektrum und die Symptome, die Autismus kennt. Als „Wahrnehmungsverarbeitungs-Störung" erklärt Alexandra Harth ihn. Autistische Menschen können Reize, die sie wahrnehmen, nicht gut filtern, ziehen sich zurück, um diese auszublenden oder reagieren aggressiv. Sie brauchen verbale und optische Klarheit, um ihrem Bedürfnis nach Sicherheit nachzukommen.
Viele Eltern haben eine wahre Odyssee hinter sich bis zu einer Diagnose, mit der sie sich erklären können, warum sich ihr Kind so anders verhält, und mit der sie gezielte therapeutische Hilfen bekommen können. Dabei sei Autismus nicht schwer zu diagnostizieren, sagt Alexandra Harth. Sie weiß: Aufklärung ist wichtig - für die Familien, aber auch gegenüber den Kostenträgern. Denn die Kosten für die Autismustherapie werden laut Gesetz von den kommunalen Jugendämtern bzw. Sozialämtern übernommen, diese verweisen Familien aber häufig zurück an die Krankenkassen. Auch beim Durchsetzen ihrer Ansprüche hilft Alexandra Harth. Wenn sie für jedes Kind und jede Familie detaillierte und individuelle Therapiepläne entwickelt, dann sind diese nicht nur Grundlage einer Bewilligung der Kosten, sondern immer ein weiterer Baustein zum Verständnis von Autismus und Autismustherapie - für alle Beteiligten.
Die therapeutische Hilfe ist oft ganz praktisch angelegt und entlastet die Eltern im Alltag enorm. „Mir geht es um Hilfe zur Selbsthilfe", sagt Alexandra Harth, „und nicht darum, Dauerhilfen zu installieren." Sie erzählt von einer Familie, in der für das Kind mithilfe von Piktogrammen die bislang anstrengenden Morgenstunden vom Aufstehen über das Waschen und Zähneputzen bis zum Frühstück strukturiert werden. „Eltern können lernen, mit ungewöhnlichen Verhaltensweisen umzugehen", sagt sie, „dafür müssen sie zum Beispiel wissen, dass ihr Kind bestimmte Redewendungen einfach nicht versteht." Was tut meinem Kind gut? Was fällt mir schwer? Und wie fällt es mir leichter? Das sind zentrale Fragen in der Familientherapie.
„Wenn sie in Praxisräumen etwas üben, dann hat das keinen Bezug zum wirklichen Alltag", sagt Alexandra Harth, die weiß, dass zu vielen herkömmlichen Therapien „mal ein Hausbesuch" dazugehört. Dass ihr Konzept gänzlich anders ist, macht ihr Alleinstellungsmerkmal aus.
Als sich die Diplom-Heilpädagogin und ausgebildete Systemische Familientherapeutin Ende 2009 für die Selbstständigkeit entschied, da wusste sie bereits, dass ihr Ansatz im ganzen Bergischen Land nicht noch einmal zu finden ist. Viele Jahre hatte sie angestellt in der stationären Betreuung gearbeitet, zuletzt als stellvertretende Heimleiterin einen eigenen Arbeits- und Förderbereich entwickelt. „Ich wollte nicht weitere Jahre gegen die Windmühlen einer Institution ankämpfen", sagt sie. Autismustherapie und Systemische Therapie zusammenzubringen, das kann sie in der Selbstständigkeit jetzt weiterentwickeln und gestalten. Ihr großes fachliches Netzwerk ermöglicht es, Familien umfassend und vor allem kontinuierlich zu begleiten.
Mit Therapien, Beratungen, aber auch Workshops und Fortbildungen für Fachkolleginnen und -kollegen ist ein Spektrum an Leistungen entstanden, zu dem inzwischen auch die Kunst gehört. Dass Alexandra Harth auch Bildhauerin ist und seit vielen Jahren künstlerisch arbeitet, wollte sie lange von der Therapie fernhalten. Inzwischen spürt sie, dass in Beratungen oder Workshops die Arbeit mit unterschiedlichem Material ein gutes Medium sein kann, um Grenzen zu beschreiben, zu spüren und zu verlegen. Artefakt heißt der Bereich ihres Angebots, der Kunst und Therapie verbindet.
„Ich will kein großer Träger werden", beschreibt Alexandra Harth ihre Perspektiven als Unternehmerin. „Ich will Therapie machen, das ist mein Ding." Schon im Laufe des ersten Jahres soll das Netzwerk wachsen. Zwei freie Kollegen will sie dazuholen. Dass die Gründung so gut geklappt hat, führt sie auch darauf zurück, dass sie „von Fachleuten umgeben" war. Alexandra Harth hat das Gründungscoaching genutzt, hat sich fachliche Unterstützung für die Vergütungsvereinbarungen geholt und sieht jetzt durch den U-Brief bestätigt, dass ihr Weg richtig ist. „So habe ich mir das immer gewünscht."



