Dr. Alexander Bach - FAUN Trading
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„... auch mal mutig was weglassen"
Dr. Alexander Bach, FAUN Café & schöne Dinge, begleitet Dr. Mechthild Herberhold
Douglas, Karstadt, Telekom - und FAUN. So sah das Treppchen beim „Store of the Year Award 2009" aus. Der Dachverband des deutschen Einzelhandels hatte das FAUN Café & schöne Dinge aus Münster in die Endrunde gelobt. Für Dr. Alexander Bach eine schöne Bestätigung für das außergewöhnliche Konzept des 100 Quadratmeter großen Geschäfts, das er 2008 in Münsters Innenstadt gemeinsam mit seiner Frau Christine eröffnet hat.
Und vielleicht auch eine Bestätigung dafür, dass ein promovierter Jurist und eine Betriebswirtin als Gastronomie- und Handels-Quereinsteiger ziemlich viel richtig machen können. „Wir haben ein atypisches Konzept", sagt Alexander Bach. „Was wir machen, passt nicht ins übliche Raster." Im FAUN gibt es hochwertige Geschenkartikel, Wohnkultur, Accessoires, Kulinarisches aus aller Welt - „Geschenke für Leute, die immer behaupten, sie hätten schon alles". Das alles auch im Online-Shop, aber vor allem im Ladengeschäft in einem besonderen Ambiente bei Kaffee oder Trinkschokolade, Obsttarte oder pikantem Fingerfood.
Dass Alexander und Christine Bach überhaupt unter die Gastronomen und Händler gegangen sind, hat mit einem alten gemeinsamen Traum zu tun und dem richtigen Zeitpunkt im Leben. Als die Daimler AG, bei der Alexander Bach als Jurist beschäftigt war, einen Umzug ankündigte und außerdem Aussteiger aus dem Management mit Abfindungen „belohnte", entschieden die Bachs ihren Lebensmittelpunkt zu verändern - beruflich und privat.
Sie zogen nach Münster und planten das FAUN. „Wir haben uns dafür viel Zeit gelassen", sagt der Unternehmer im Rückblick. „Bei allem Herzblut haben wir unser Konzept gut durchgerechnet und immer wieder hinterfragt." Dazu gehörte auch, sich von Visionen zu verabschieden. Oder zu erkennen, dass das eigene Lieblingsprodukt den Kunden so gar nicht gefallen will. „Ich habe zum Beispiel sehr hochwertige Messer auf einem Wintermarkt in Schweden gekauft", erzählt Alexander Bach und lacht. „Zwei Jahre lang fand die außer mir niemand toll."
Ungewöhnliche Konzepte leben nicht nur von originellen Ideen, sie brauchen viel Mut und Durchhaltevermögen. Sie brauchen Sparringsparter, die Tipps geben, die vielleicht - wie die Banken - auch unangenehme, aber wichtige Fragen stellen, Menschen, die Kontakte knüpfen. So verdankt das FAUN seine Bewerbung beim „Store oft the Year-Award" dem Hinweis eines Projektentwicklers, der zunächst einfach ein begeisterter Gast war.
Ein Sparringspartner will Alexander Bach auch beim Unternehmerinnenbrief als Pate der Ethik-Beraterin Mechthild Herberhold sein. Als Compliance-Anwalt hatte er immer auch mit ethischen Fragen zu tun und daher eine Nähe zum Thema. „Von Ethik versteht Frau Herberhold bestimmt mehr als ich", sagt er, „aber ich kann ihr mit dem Hintergrund, den ich habe, fundiert zur Seite stehen."
Für das FAUN sieht er die wichtigste Aufgabe der Zukunft darin, immer wieder das Profil zu schärfen, die Kundenwünsche im Blick zu haben, ohne von der eigenen Grundvision abzuweichen und das Eigene zu verwässern. Diese Aufgabe habe auch eine Freiberuflerin, die ihr Klientel nur dann konsequent bearbeiten könne, wenn das Profil nach außen geschärft ist. „Dazu gehört auch, mal mutig was wegzulassen."
Warum Alexander Bach sich beim U-Brief engagiert?
„Weil ich es wichtig finde, Existenzgründer zu unterstützen."



