Ortrud Battenberg - text und gut
Ausgezeichnet: 12.2007
Patenschaft: Cornelia Benninghoven
Branche: Medien & Kommunikation
Immenweg 27,
58239 Schwerte,
Telefon: 0 23 04 - 75 02 24
Fax: 0 23 04 - 75 02 25
Mail: battenberg(at)text-und-gut.de
Web: http://www.text-und-gut.de
Über die Freude am sortierten Denken
Schreiben kann (fast) jeder. Oder? Aber so schreiben, dass Texte Sinn und Spaß machen, verständlich und lesbar sind, das verlangt Profession - und Erfahrung. Für beides steht Ortrud Battenberg. „text und gut" heißt ihr Unternehmen.
Anfang 2007 gründete die damals 55-Jährige ihr Büro für Lektorat, Redaktion und Text in Schwerte. Und die Soziologin und Philosophin schreibt nicht nur selbst, sie bringt auch anderen das Schreiben bei. In Workshops für Studierende, Gründer und Gründerinnen oder kleine und mittlere Unternehmen vermittelt sie Strategien angesichts eines weißen Blatts Papier.
„Ein Text ist gut, wenn er den Punkt genau trifft, den er treffen soll", sagt Ortrud Battenberg über den eigenen Anspruch an ihre Arbeit. Ursprünglich hatte sie das wissenschaftliche Lektorat zum Schwerpunkt ihres Büros gemacht, geschäftliche und private Texte ergänzen das Portfolio. Inzwischen wächst vor allem der Kreis der Unternehmenskunden, die Imagebroschüren, Flyer oder Dokumentationen anfragen. Ortrud Battenberg reagiert auf die Dynamik des Marktes, erweitert ihr Profil „mit jedem Auftrag" und baut daneben den Bereich der Seminare und Workshops weiter aus. „Ich bin hellauf begeistert von meiner Selbstständigkeit", sagt sie. „Vor allem kann ich selbst entscheiden, was ich tue und wie ich arbeiten will!" Diese Begeisterung für die Selbstständigkeit zu entdecken, dafür hat sie sich Zeit gelassen.
Ortrud Battenberg hat eine „unterbrochene Berufsbiografie", wie sie selbst sagt. Sie war mal Bankkauffrau, arbeitete bis zur Familiengründung in einem Beruf, den sie nicht liebte. Als Hausfrau und Mutter sorgte sie für drei Kinder und alte Familienmitglieder. Als die Kinder erwachsen wurden, fragte sie sich: Was wollte ich eigentlich mal? 47 war sie, als sie in Bielefeld mit dem Studium der Soziologie und Philosophie begann. „Das war für mich ein Bedürfnis, ein Herzenswunsch." Und weil ihr prinzipiell die Themen Freiheit und Entscheidung wichtig waren und besonders Risikosoziologie sie faszinierte, schrieb sie ihre Magisterarbeit über die „Autonomie als menschliches Grundbedürfnis" und ihre Diplom-Arbeit über das „Risiko der Existenzgründung".
Bis zur eigenen Gründung war es dann doch noch ein längerer Weg. „Ich konnte mir vieles vorstellen, als ich mit dem Studium fertig war", sagt Ortrud Battenberg. „Mit diesen Fächern ist man ja nicht auf ein Berufsbild festgelegt." Sie hätte z. B. Studierenden mit einem Einführungsbuch die Systemtheorie näher bringen oder die Forschung über Existenzgründungen vertiefen und mit einer Promotion abschließen können. Ihre Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erfassen und verständlich zu Papier zu bringen, ihre Lust am Formulieren und Schreiben lässt schließlich die Idee zur Selbstständigkeit wachsen. „Ich habe Freude daran, sortiert zu denken", sagt sie. Die Liebe zur Wissenschaft bewahrt sie sich als Lektorin wissenschaftlicher Texte, die Lust, komplexen Stoff lesbar zu machen, setzt sie als Texterin für Unternehmen und ihre Veröffentlichungen ebenso um wie für Familienchroniken oder Biografien. „Ich mache das, was ich mir zutraue. Und das wird immer mehr."
Im Prozess der eigenen Existenzgründung begegnete Ortrud Battenberg vieles wieder, was sie schon in ihrer Forschungsarbeit ermittelt hatte: „Man braucht einen Berater, zu dem man Vertrauen haben kann. Ein gutes Netzwerk ist wichtig und der Rückhalt der Familie. Gegen die Familie oder das persönliche Umfeld zu gründen, ist schier unmöglich." Ihre Familie begleitet ihren Weg mit Spannung und Unterstützung. Alle drei Kinder studierten zeitweise gleichzeitig mit der Mutter. Dass Risiko sich niemals ausschalten lässt, war ein Ergebnis ihrer Studie. Ein anderes, dass das Umfeld viel wichtiger für den Erfolg ist als das geplante Zahlenwerk. Nicht zufällig verschwinden viele Businesspläne nach der Gründung allzu häufig in der Schublade. „Das ist auch mir passiert", lacht Ortrud Battenberg, „obwohl ich mir etwas anderes vorgenommen hatte." Die Bewerbung um den Unternehmerinnenbrief war da ein guter Anlass, ihn wieder hervorzuholen, zu überprüfen und erneut zu präsentieren. Mit Erfolg.



